FAQ
Was ist eigentlich Orthopädie?
Die Orthopädie ist die Lehre und Behandlung von Krankheiten und Verletzungen des Bewegungsapparates. Der Begriff "Orthopädie" setzt sich aus den beiden griechischen Wörtern orthos (gerade) und pais bzw. paideuein (Kind bzw. Erziehen) zusammen.
SchliessenIn welchen Spitälern operieren die Aerzte der Praxisgemeinschaft Clarahof?
Wir sind Belegärzte im Merian Iselin, Bethesda-Spital und in der Birshofklinik, wobei wir vorwiegend im Merian Iselin-Spital operativ tätig sind.
SchliessenVon welchem Arzt werde ich im Fall einer Operation operiert?
Der behandelnde Arzt ist immer auch der Operateur. Die Operationsassistenz erfolgt ebenfalls durch einen Facharzt für orthopädische Chirurgie, in der Regel ist dies einer der anderen Praxisärzte.
SchliessenNehmen die Aerzte der Praxisgemeinschaft Clarahof noch neue Patienten auf?
Ja. Da wir Spezialärzte sind, haben wir keine festgesetzte Patientenanzahl und es können sich so immer wieder neue Patienten anmelden.
SchliessenWie merke ich, dass nach einer Verstauchung des Fusses die Aussenbänder des Sprunggelenkes gerissen sind?
Grundsätzlich gibt es für den Patienten selbst keine vollständig sichere Möglichkeit, dies festzustellen. Anhaltspunkte für eine Verletzung der Aussenbänder sind: Ein Krachen oder Reissen während des Unfalles sowie eine stärkere Schwellung, die sich durch einen Bluterguss bläulich verfärben kann. Es empfiehlt sich in diesem Falle, den Arzt zu konsultieren, da nur er durch die Untersuchung des Sprunggelenkes eine allfällige Instabilität und damit einen Bänderriss diagnostizieren kann. Dazu kommt, dass mittels Röntgenaufnahmen eine knöcherne (Mit-)Verletzung ausgeschlossen werden muss.
SchliessenMuss ein Bänderriss am Aussenknöchel operiert werden?
Grundsätzlich nein. Handelt es sich um eine erste derartige Verletzung, so wird heute im allgemeinen konservativ vorgegangen. Das heisst, dass das Sprunggelenk – nebst den lokalen, abschwellenden Massnahmen – mit einer Stütze oder mittels einem Stabilschuh behandelt, resp. äusserlich fixiert wird. Bei konsequenter äusserer Stabilisierung (während mind. 4 Wochen) besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass durch die innere Narbenbildung das Sprunggelenk wieder stabil wird.
Erst bei wiederholten derartigen Sprunggelenksverletzungen und bei subjektivem Instabilitätsgefühl nach einer Sprunggelenksverstauchung muss die operative Stabilisierung mittels Bandersatz diskutiert werden ("bei jeder kleinen Unebenheit knicke ich über den Fussaussenrand ab").
Brauche ich nach einem Bänderriss eine Gipsruhigstellung?
Nein! Wie vorgängig beschrieben, sollen Aussenbandverletzungen nicht mit einem Gips ruhiggestellt, sondern mittels äusserer Stabilisierung sog. funktionell behandelt werden. Weder die Belastung noch die (nicht in Zugrichtung des verletzten Bandes durchgeführten) Bewegungen sind schädlich, im Gegenteil, sie beschleunigen den Heilungsprozess. Gipsruhigstellungen führen in der Regel nur zu Einsteifungen des Gelenkes und zum Schwund der durch den Gips ebenfalls ruhiggestellten Muskel. Auch hier gilt: "Wer rastet, der rostet!"
SchliessenWann sollte ein Riss des vorderen Kreuzbandes operiert werden?
Bei einem jungen und sportlich aktiven Patienten sowie bei Patienten mit störender Instabilität ist die arthroskopische vordere Kreuzbandplastik zu empfehlen. Der Eingriff sollte aber aufgrund eindeutig kleinerer Komplikationsrate frühestens 4 – 6 Wochen nach dem Unfall vorgenommen werden.
SchliessenWas geschieht vor und nach dem künstlichen Gelenkersatz?
Haben sich Patient und Operateur für die Operation entschieden, kann das Datum festgelegt werden. Vor dem Eingriff wird der Hausarzt gebeten, routinemässige Untersuchungen des Herzens, der Lungen und des Blutes durchzuführen und zusammen mit allfälligen weiteren relevanten Daten (Nebendiagnosen, Medikamentenlisten, bekannte Allergien etc.) dem Narkosearzt im entsprechenden Spital zukommen zu lassen. Letzterer bespricht mit dem Patienten, der am Tag vor dem Eingriff ins Spital eintritt, am Abend vor der Operation die Anästhesieart (Rückenanästhesie oder Vollnarkose). Heute werden etwa 90% der Hüft- / Knieeingriffe mit einer Rückenanästhesie durchgeführt. Die Operation dauert zwischen 45 und 90 Minuten, anschliessend erfolgt die Verlegung auf die Überwachungsstation, wo durch eine intensive Patientenbetreuung insbesondere Kreislauf- und Schmerzprobleme effizient angegangen werden können. Tags darauf erreicht der Patient wieder die normale Bettenstation, wo ab sofort mit der Krankengymnastik angefangen und diese sukzessive gesteigert wird. Die Mobilisation erfolgt an Gehstöcken, das operierte Bein (ein- oder beidseitig) kann dabei meistens voll belastet werden. Der Spitalaufenthalt dauert zwischen 10 und 14 Tagen, danach erfolgt die Entlassung entweder direkt nach Hause oder, je nach Gesundheitszustand und Behinderungsgrad der Patienten, in eine Rehabilitationsklinik. Stöcke sind verordnet für 4 – 6 Wochen und können nach der anschliessend durchgeführten Röntgenkontrolle allmählich weggelassen werden. Die Physiotherapie ist meist nötig bis 3 – 6 Monate nach dem Eingriff. Grundsätzlich dauert die Erholung nach Knieprothesen deutlich länger als nach Hüftprothesen.
Komplikationen
Eine bakterielle Infektion kann bei jedem operativen Eingriff vorkommen, ist aber nach künstlichem Gelenksersatz sicherlich eine besonders schwerwiegende Komplikation. Um dieses Risiko zu minimieren, werden vor und nach der Operation Antibiotika verabreicht.
Bei längerer Ruhigstellung oder Entlastung des Beines kann es zu Gerinnseln (Thrombosen) in den Beinvenen kommen. Wenn Teile solcher Blutgerinnsel sich ablösen und in den Lungenkreislauf geschwemmt werden, spricht man von einer Lungenembolie, einer schweren und potenziell lebensgefährlichen Komplikation. Durch eine in den letzten Jahren rigoros verordnete Blutverdünnung und durch eine rasche Mobilisation nach der Operation konnte das Thrombose- & Embolierisiko deutlich gesenkt werden.
Als weitere Komplikationen müssen Wundheilungsstörungen, Gefäss- und Nervenver-letzungen ebenso erwähnt werden wie die Möglichkeit eines Auskugelns des Hüftgelenkes oder einer Beinlängendifferenz nach Einsetzen einer Hüftprothese.
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