Was geschieht vor und nach dem künstlichen Gelenkersatz?
Haben sich Patient und Operateur für die Operation entschieden, kann das Datum festgelegt werden. Vor dem Eingriff wird der Hausarzt gebeten, routinemässige Untersuchungen des Herzens, der Lungen und des Blutes durchzuführen und zusammen mit allfälligen weiteren relevanten Daten (Nebendiagnosen, Medikamentenlisten, bekannte Allergien etc.) dem Narkosearzt im entsprechenden Spital zukommen zu lassen. Letzterer bespricht mit dem Patienten, der am Tag vor dem Eingriff ins Spital eintritt, am Abend vor der Operation die Anästhesieart (Rückenanästhesie oder Vollnarkose). Heute werden etwa 90% der Hüft- / Knieeingriffe mit einer Rückenanästhesie durchgeführt. Die Operation dauert zwischen 45 und 90 Minuten, anschliessend erfolgt die Verlegung auf die Überwachungsstation, wo durch eine intensive Patientenbetreuung insbesondere Kreislauf- und Schmerzprobleme effizient angegangen werden können. Tags darauf erreicht der Patient wieder die normale Bettenstation, wo ab sofort mit der Krankengymnastik angefangen und diese sukzessive gesteigert wird. Die Mobilisation erfolgt an Gehstöcken, das operierte Bein (ein- oder beidseitig) kann dabei meistens voll belastet werden. Der Spitalaufenthalt dauert zwischen 10 und 14 Tagen, danach erfolgt die Entlassung entweder direkt nach Hause oder, je nach Gesundheitszustand und Behinderungsgrad der Patienten, in eine Rehabilitationsklinik. Stöcke sind verordnet für 4 – 6 Wochen und können nach der anschliessend durchgeführten Röntgenkontrolle allmählich weggelassen werden. Die Physiotherapie ist meist nötig bis 3 – 6 Monate nach dem Eingriff. Grundsätzlich dauert die Erholung nach Knieprothesen deutlich länger als nach Hüftprothesen.Komplikationen
Eine bakterielle Infektion kann bei jedem operativen Eingriff vorkommen, ist aber nach künstlichem Gelenksersatz sicherlich eine besonders schwerwiegende Komplikation. Um dieses Risiko zu minimieren, werden vor und nach der Operation Antibiotika verabreicht.
Bei längerer Ruhigstellung oder Entlastung des Beines kann es zu Gerinnseln (Thrombosen) in den Beinvenen kommen. Wenn Teile solcher Blutgerinnsel sich ablösen und in den Lungenkreislauf geschwemmt werden, spricht man von einer Lungenembolie, einer schweren und potenziell lebensgefährlichen Komplikation. Durch eine in den letzten Jahren rigoros verordnete Blutverdünnung und durch eine rasche Mobilisation nach der Operation konnte das Thrombose- & Embolierisiko deutlich gesenkt werden.
Als weitere Komplikationen müssen Wundheilungsstörungen, Gefäss- und Nervenver-letzungen ebenso erwähnt werden wie die Möglichkeit eines Auskugelns des Hüftgelenkes oder einer Beinlängendifferenz nach Einsetzen einer Hüftprothese.








